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Individualisierte Medizin: fragen Sie Ihre Apotheker
 
Es ist eine weit verbreitete...



Es ist eine weit verbreitete Tatsache, dass eine unpassende Kombination von Arzneimitteln zu Wechselwirkungen führen kann. Als Folge solcher Wechselwirkungen kann es vorkommen, dass ein Medikament weniger bis gar keine Wirkung zeigt oder vermehrte Nebenwirkungen als Folge hat. Viel weniger ist jedoch bekannt, dass auch die unterschiedliche genetische Ausstattung des Menschen zu derartigen Wechselwirkungen führen kann. Die Pharmakogenetik ist das Wissenschaftsgebiet, das sich mit dem Einfluss des genetischen Profils auf die Wirkung und Nebenwirkung von Arzneimitteln beschäftigt.

Die Wirkung und der Abbau von Arzneimitteln sind von vielen Faktoren abhängig. Einen besonderen Stellenwert spielen dabei die Enzyme. Durch unterschiedliche genetische Baupläne kommt es zu individuell abweichenden Funktionsweisen von Enzymen. Die Folgen für die Verstoffwechslung von Arzneimitteln können vielfältig sein: Manche Personen können bestimmte Arzneimittel nicht in ihre wirksame Form umwandeln. Es kann jedoch auch das genaue Gegenteil passieren und ein Arzneimittel liegt in einer zu hohen Konzentration vor, da es entweder nicht ausreichend abgebaut oder übermäßig in die aktive Wirkform überführt wird.

Durch eine einmalige Laboranalyse kann das persönliche genetische Profil in Hinblick auf zahlreiche Arzneimittel untersucht werden. Es handelt sich dabei nicht um das Vorhersagen möglicher Erkrankungen, sondern um die Optimierung der Arzneimitteltherapie (z.B.: Antidepressiva, Schmerzmittel oder Blutgerinnungshemmer). Der Nutzen liegt in der individuelleren Abschätzung von Nutzen und Risiko von Arzneimitteln. So können einerseits Medikamente vermieden werden, die bei bestimmten Personengruppen keine Wirkung zeigen oder unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Andererseits kann durch die individualisierte Medizin die Dosierung von Arzneimitteln unter Berücksichtigung des genetischen Profils angepasst werden.

Der pharmakogenetische Test kann in Apotheken in Österreich gekauft werden. Zur Wahl stehen zwei Testmöglichkeiten: Prüfung auf Verträglichkeit eines bestimmten Wirkstoffes oder aller möglichen Wirkstoffe – ein Leben lang.
Dazu ist lediglich ein Abstrich der Mundschleimhaut notwendig, der anschließend eingeschickt wird. Die Ergebnisse sind in der Apotheke abrufbar. Der Apotheker kann die Auswertung nur in Kombination mit einem Code, den der Kunde zugeschickt bekommt, einsehen.

Seit Juni 2016 testen Apothekerinnen und Apotheker im Selbstversuch ihr pharmakogenetisches Profil, um Sie an der Tara beraten zu können.

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