Druckansicht
Apotheke macht Schule
 
Die Österreichische Apothekerkammer startet das Projekt apo@school
 
In Gesundheitsfragen aufklären, Bewusstsein schaffen, Wissen vermitteln – im Idealfall beschränkt sich die Beratungstätigkeit von Apothekerinnen und Apothekern nicht nur auf den „Arbeitsplatz Apotheke“. Auch als Wissensvermittler in Schulen können Pharmazeuten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsbildung von Kindern und Jugendlichen und zur Erklärung des Berufsbildes „Apotheker“ leisten.

Im Bildungsbereich gewinnen die Bestrebungen, Gesundheitsthemen verstärkt in den Unterricht an den Schulen zu integrieren, zunehmend an Bedeutung. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Versuche, „Schulapotheker“ zu installieren, die in Schulen zum Thema Gesundheit referieren. Um diese Initiativen auf eine professionelle Basis zu stellen und die Vortragenden an den Schulen mit geeigneten Unterrichtsmaterialien zu unterstützen, hat die Österreichische Apothekerkammer das Projekt apo@school ins Leben gerufen. Nach dem Vorbild von Projekten in Deutschland wurden ein Konzept und Schulungsunterlagen ausgearbeitet, damit Apothekerinnen und Apotheker in den Schulklassen zielgruppengerechte Vorträge kombiniert mit praxisorientierten Workshops abhalten können.



Altersgerechte Unterrichtsmaterialien abgestimmt auf die Interessen der Jugendlichen

Die Themen, die mit der Unterrichtsmappe aufgegriffen werden, sind auf die Apotheke bezogen und sollen Schülerinnen und Schüler der Unterstufe auf ihrem Weg zu einem gesundheitsbewussten Leben unterstützen. Im Mittelpunkt der Schulungsunterlagen steht der bewusste Umgang mit Medikamenten. Grundlage bildet eine Powerpoint-Präsentation, die um Handzettel und Arbeitsblätter ergänzt wurde. Ziel ist es, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern interaktiv Themen zu erarbeiten und durch stark praxisbezogene Elemente – Verkostungen, Riechen, Tee mischen und vieles mehr - die Unterrichtsstunde interessant und attraktiv zu gestalten.

Die Inhalte umfassen einen Basisvortrag für die Zielgruppe der 10- bis 13jährigen bzw. der 11-14jährigen, der in einer interaktiven Schulstunde grundsätzliche Fragen zu Arzneimitteln beantwortet: Was ist ein Arzneimittel? Wie wirkt es im Körper? Worauf ist bei der Einnahme zu achten? Welche Risiken und Nebenwirkungen können auftreten?

Zusätzlich zu den Basisvorträgen stehen vier Extra-Module mit den Spezialthemen „Schlankmacher“, „Glücklichmacher“, „Muntermacher“ und „Muskelmacher“ für die 2. bis 4. Klasse (Unterstufe) zur Verfügung. In Absprache mit dem Lehrer / der Lehrerin und abgestimmt auf die Interessen der Klasse können hier Schwerpunkte gesetzt werden, die auf konkrete Problematiken im Umgang mit Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln eingehen und bewusstseinsbildend wirken.

Als Hilfestellung für die „Schulapotheker“ beinhaltet die Schulungsmappe außerdem eine wertvolle Checkliste zur Vorbereitung der Projektstunden. Die Unterrichtsmappe wurde von der Pressestelle mit der Landesgeschäftsstelle Wien und mit Apothekerinnen und Apothekern ausgearbeitet, nach pädagogischen und psychologischen Gesichtspunkten geprüft und vom Wiener Stadtschulrat als für den Einsatz im Projektunterricht geeignet empfunden. Die Inhalte beschränken sich auf neutrale und seriöse Fakten sowie unabhängige fachliche Informationen ohne werbliche Firmenbeteiligungen und entsprechen dem Referentenkodex.

„pharmacy“ neu aufgelegt

Ergänzend zu den Schulungsunterlagen, die auch digital verfügbar sind, wurde das beliebte Jugendmagazin „pharmacy“ neu aufgelegt. Dieses wird von der Österreichischen Apothekerkammer gemeinsam mit der Gesellschaft für Schuläztinnen und Schulärzte Österreichs herausgegeben. Teenager finden im Magazin umfangreiche Informationen über alles, was sie über Arzneimittel wissen sollten – von Basisinformationen über Medikamente über Verhütung und Impfungen bis zu Medikamentenfälschung oder die Apo-App. „pharmacy“ kann – so lange der Vorrat reicht - kostenlos bei der Pressestelle bestellt werden (presse@apothekerkammer.at).

Positive Erfahrungen bei Pilotphase in Wien

Seit Jahresbeginn wurden mit den vorliegenden Unterrichtsmaterialien bereits sieben Projekteinheiten von Apothekerinnen in Wien gestaltet, drei weitere werden noch vor dem Sommer absolviert. apo@school hat bei allen Beteiligten – Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Apothekerinnen - durchwegs sehr positive Resonanz erfahren. Im Feedback der Lehrkräfte, das über einen Fragebogen erhoben wird, erhielten die vortragenden Apothekerinnen durchwegs Bestnoten. „Die Unterrichtsmaterialien waren eine große Hilfe, die Projektstunde interessant und abwechslungsreich für die Schülerinnen und Schüler zu gestalten und den Apotheker als attraktives und chancenreiches Berufsbild darzustellen“, berichtet Apothekerin Mag. Yvonne Heckl von ihren Erfahrungen im Unterricht.

Unterstützt wird das Projekt in Wien vom Wiener Netzwerk Gesunde Schulen (WieNGS), das die Schule als gesundheitsfördernde Einrichtung etablieren möchte und von der Pädagogischen Hochschule Wien, dem Wiener Stadtschulrat, der Wiener Gebietskrankenkasse und der Wiener Gesundheitsförderung getragen wird. „Die Apothekerinnen und Apotheker greifen für Schülerinnen und Schüler topaktuelle Themen auf und vertiefen bereits im Unterricht behandelte Themen auf interessante Art und Weise. Damit wird ein weiterer wesentlicher Schritt zur schulischen Gesundheitsförderung an den Wiener Pflichtschulen geleistet“, so Fachinspektorin Claudia Canaris vom Wiener Stadtschulrat über apo@school.

Apotheker als Wissensvermittler in Schulen

„Das Umfeld Schule spielt eine bedeutende Rolle, wenn es um Vermittlung von Gesundheitskompetenzen geht. Hier können alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen erreicht werden, unabhängig von ihrem sozialen Umfeld oder ihrer Herkunft. Es ist uns daher ein großes Anliegen, die Apotheke ins Klassenzimmer zu bringen und den Schülerinnen und Schülern ein fundiertes Basiswissen rund um Gesundheit, Arzneimittel und Pharmazie zu vermitteln“, erklärt Mag. Gudrun Kreutner die Motivation für die Initiative der Österreichischen Apothekerkammer. Ab Herbst 2016 soll das Projekt „apo@school“ mit den Schulungsunterlagen für die Jugendlichen bundesweit verstärkt zum Einsatz kommen. Interessierte Apothekerinnen und Apotheker erhalten die Schulungsmappe leihweise bei den Landesgeschäftsstellen und sind damit bestens gerüstet bei Anfragen von Schulen oder wenn sie in Eigeninitiative zur Gesundheitsbildung an die Schulen herantreten wollen.