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FSME: Sind Sie wirklich ausreichend geschützt?
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 9. März 2019
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Experten bescheinigen den Österreichern bei der FSME eine Durchimpfungsrate von 82 Prozent. Respekt, das klingt nicht schlecht. Gleichzeitig zeigt die Statistik, dass nur etwa 65 Prozent der Österreicher einen intakten FSME-Impfschutz haben. Das klingt schon weniger gut und man fragt sich nach dem Grund für so widersprüchliche Zahlen. Nun, die ersten 82 Prozent haben irgendwann eine FSME-Impfung erhalten, aber nur 65 Prozent haben diese auch regelmäßig aufgefrischt. 2018 gab es mit 154 FSME-Fällen in österreichischen Krankenhäusern um über 30 Prozent mehr zu behandeln als in den Jahren davor, etwa die Hälfte hatte einen schwereren Verlauf. Fünf Menschen verstarben tragischerweise an der Krankheit, gegen die eine Impfung sie geschützt hätte.

Mit drei FSME-Impfungen (Erstimpfung - im Abstand von 2 bis 8 Wochen die zweite und 6 bis 18 Monate nach der zweiten Impfung die dritte) ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Die Auffrischung sollte alle fünf Jahre, bei über 60-Jährigen alle drei Jahre erfolgen. Schon bisher galt als gesichert, dass eine Auffrischung der FSME-Impfung nach einer vollständigen Grundimmunisierung auch bis zu acht Jahre nach der letzten Impfung erfolgen kann. Das heißt nur, man muss nicht von vorne anfangen zu impfen sondern ist mit einer Injektion wieder voll geschützt. Im Jahr 4 bis 8 nach der letzten Impfung hat man aber möglicherweise einen unvollständigen Impfschutz. Das ist so, als würde man die Prämie für seine Feuerversicherung für fünf Jahre nicht zahlen, weil „wahrscheinlich wird es eh nicht brennen.“ Das ist ein sportlicher Ansatz, vernünftig finde ich ihn nicht. Also auf geht’s: Impfpass suchen und gegebenenfalls ab in die Apotheke, der Impfstoff ist bis Ende August stark verbilligt, Zuschüsse der Krankenkassen gibt es auch.