Wie Apotheker und Ärzte zusammenarbeiten
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 14. Dezember 2019
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Kaiser Friedrich II. trennte mit seinem Edikt von Salerno im Jahre 1241 die Berufe von Arzt und Apotheker, die bis dorthin als Einheit gesehen worden waren. Trotz dieser Trennung: Die beiden akademischen Gesundheitsberufe Arzt und Apotheker haben viel gemeinsam und ergänzen sich in ihrer Expertise. Nach einem langen, intensiven Universitätsstudium der Medizin bzw. der Pharmazie folgt bei Ärzten der Turnus bzw. die Facharztausbildung, bei Apothekern das Aspirantenjahr, bevor sie eigenverantwortlich ihre Tätigkeit ausüben dürfen. Beide gehören zu den freien Berufen, was so viel bedeutet, dass sie ein Aufgabengebiet im staatlichen Auftrag mit hoher Kompetenz, Ethik und Eigenverantwortung zu bearbeiten haben.

Die ärztliche Tätigkeit ist im Ärztegesetz geregelt und umfasst kurz gesagt Diagnose und Therapie, also die Erkennung von Krankheiten und deren Behandlung. Die Apotheker sind per Apothekengesetz für die ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung der Bevölkerung zuständig. Die logistische Bewirtschaftung von Arzneimitteln ist die Basis der Apothekentätigkeiten: Im Schnitt lagern hier 6000 verschiedene Artikel in über 20.000 Packungen. Darauf aufbauend findet das Herzstück der apothekerlichen Leistung statt: Bei Rezepten erfolgen nach dem Vier-Augen-Prinzip diverse pharmazeutische Kontrollen im Sinne einer optimalen Arzneimittelsicherheit vor der Abgabe mit fachkundiger Beratung über richtige Einnahme, Wirkung, Neben- und Wechselwirkungen sowie weitere Gesundheitsthemen. Dazu zählt auch die Beratung bei der Selbstmedikation beziehungsweise der Verweis zum Arzt, wenn die Symptome als schwer, unklar oder lang andauernd beschrieben werden.

Das alles wird ermöglicht durch Öffnungszeiten von rund 50 Stunden pro Woche sowie selbst finanzierten Nacht- und Wochenenddiensten.