Was bei Hämorrhoiden hilft
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 13. Juni 2020
 


APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Hellrotes Blut beim Stuhlgang, Juckreiz und Druckgefühl in der Aftergegend: Das sind die typischen Anzeichen für ein Hämorrhoidalleiden. Bedingt durch eine oft vererbte Bindegewebsschwäche, ballaststoffarme Kost, lange sitzende Tätigkeit und starkes Pressen beim Stuhlgang entstehen im arteriovenösen System des Afters Knoten, die zu den geschilderten, lästigen Symptomen führen. Fast die Hälfte aller Menschen über 50 weist diesbezügliche Probleme auf. Die Erkrankung ist eigentlich harmlos, eine Heilung bei rechtzeitiger Behandlung meist gut möglich. Dennoch stellen Hämorrhoiden ein Tabuthema dar.

Die Diagnose sollte durch einen erfahrenen Arzt gestellt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen. In leichten Fällen reichen schon eine Ernährungsumstellung auf faserreiche, stuhlerweichende Nahrungsmittel, ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie das konsequente Befolgen von Hygienemaßnahmen, um eine Besserung herbeizuführen. Die Verwendung von Bidet oder feuchtem Toilettepapier, lauwarme Sitzbäder mit Eichenrindenextrakt mehrmals täglich und die Anwendung von speziellen Zäpfchen und/oder Salben mit Zinkoxid, abheilenden, zusammenziehenden und schmerzstillenden Substanzen bringen die Beschwerden meist rasch zum Verschwinden.

Körperliche Aktivitäten wie Laufen, Nordic Walking oder auch schon regelmäßiges Spazierengehen verleihen dem Bindegewebe mehr Elastizität und Festigkeit, sind somit sinnvoll zur Vorbeugung, aber auch bei der Behandlung von Hämorrhoidalleiden.

Bleibt dadurch allerdings der erwünschte Behandlungserfolg aus, sind je nach Schweregrad eine Verödung oder kleinere operative Eingriffe erforderlich, die meist unter lokaler Betäubung und ambulant erfolgen können.