Druckfenster schliessen
Der neue Österreichische Impfplan 2019
 
Schutzimpfungen gehören zur wirksamsten Prophylaxe gegen Infektionskrankheiten
 
Der Impfplan wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) mit Expertinnen und Experten des Nationalen Impfgremiums erarbeitet und aktualisiert. Ziel ist es, einen Überblick über derzeit zur Verfügung stehende Impfungen zu geben und für diese einheitliche, evidenzbasierte Empfehlungen auszusprechen. Das kostenfreie Impfprogramm des Bundes, der Bundesländer und der Sozialversicherungsträger, in weiterer Folge „kostenfreies Impfprogramm“ genannt, wurde vor mehr als 20 Jahren von der damaligen Bundesministerin Lore Hostasch ins Leben gerufen. Ziel war und ist es, allen in Österreich lebenden Kindern bis zum 15. Lebensjahr Zugang zu den für die öffentliche Gesundheit wichtigen Impfungen zu ermöglichen, ohne dass dafür den Erziehungsberechtigten Kosten erwachsen. Auf diese Weise sind die meisten impfpräventablen Krankheiten im Kindes- und Jugendalter abgedeckt. Dadurch soll die für den wichtigen Gemeinschaftsschutz (Herdenschutz) notwendige Impfbeteiligung in der Bevölkerung erreicht werden. Priorität bei der Auswahl der kostenfreien Impfungen haben einerseits sehr häufig vorkommende Erkrankungen, andererseits seltene, sehr schwer verlaufende Krankheiten. Eine weitere Vorgabe ist es, Kinder mit möglichst wenigen Stichen gegen möglichst viele Krankheiten zu schützen. Für das kostenfreie Impfprogramm und seine Umsetzung steht den Kostenträgern (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, Bundesländer und Sozialversicherungsträger) jeweils nur ein definiertes Budget zur Verfügung. Obwohl dieses Budget kontinuierlich gesteigert werden konnte und die Beschaffungsprozesse optimiert wurden, reichen die Mittel nicht aus, um alle verfügbaren und wichtigen Impfungen durch die öffentliche Hand bereitzustellen. Daher erfolgen Ausweitungen und Adaptierungen des Impfkonzepts nur nach genauer Evaluierung der Kosten/Nutzen-Relation auf Basis wissenschaftlicher Empfehlungen. Insofern ist zu betonen, dass auch Impfungen, welche nicht im kostenfreien Impfkonzept angeboten werden, für den individuellen Schutz wichtig sind und daher empfohlen werden.

Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten, wirksamsten präventiven Maßnahmen in der Medizin. Geimpfte sind im Regelfall vor der entsprechenden Krankheit geschützt. Zudem können Krankheiten, die nur von Mensch zu Mensch übertragen werden, wie Poliomyelitis, Hepatitis B oder Masern bei einer anhaltend hohen Durchimpfungsrate eliminiert werden. Die derzeitige epidemiologische Situation in Österreich erfordert vor allem Anstrengungen zur Reduktion des Erkrankungsrisikos an Keuchhusten und Masern. Auch Influenza verursacht jedes Jahr bis zu 1.000 Todesfälle, darunter auch Todesfälle bei zuvor vollkommen gesunden Kindern. Hier ist es ebenfalls notwendig, die Durchimpfungsraten deutlich zu erhöhen. Entsprechend der UN-Konvention vom 20. November 1989 haben Kinder das Recht auf beste Gesundheitsversorgung. Dazu gehört auch der Schutz vor Erkrankungen, die durch Impfung vermeidbar sind. Eltern sind angehalten, Schutzimpfungen bei ihren Kindern vornehmen zu lassen. In der medizinischen Versorgung von Säuglingen und Kleinkindern entspricht es dem Stand der medizinischen Wissenschaft, Grundimmunisierungen rechtzeitig zu beginnen, nicht unnötig zu verzögern und zeitgerecht abzuschließen. Zudem soll laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, WHO, jeder Arztkontakt dazu genutzt werden, zu prüfen, ob die empfohlenen Impfungen durchgeführt worden sind, und – wo notwendig – fehlende Impfungen nachzuholen. Auch Arztkontakte im Rahmen von Spitalsaufenthalten sollen dafür genutzt werden. Ein aktueller Impfschutz ist durch notwendige Auffrischungsimpfungen in jedem Lebensalter sicherzustellen.
Als allgemeiner Grundsatz kann gelten: jede einzelne Person, die sich und ihre Familienangehörigen (Kontaktpersonen) schützen will, soll sich impfen lassen. Generell wird empfohlen, alle Impfungen bei gegebener Indikation weitestgehend als Kombinationsimpfungen durchzuführen, um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten.

Neuerungen/Änderungen 2019
Der gesamte Impfplan 2019 inklusive Tabellen wurde entsprechend den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und der momentanen epidemiologischen Situation aktualisiert und überarbeitett. Es wurden Präzisierungen von Impfintervallen und Impfschemata vorgenommen. Änderungen:
Übersichtstabelle und Tabellen zu Nachhol-Impfungen: Update
Influenza: neue Empfehlungen entsprechend den zugelassenen Impfstoffen
HPV: nur mehr Gardasil 9 empfohlen
Meningokokken B: Neues Impfschema für beide vorhandenen Impfstoffe
Pneumokokken: Konkretisierung von Wiederimpfungen, Impfempfehlungen für Personal Gesundheitswesen
Herpes Zoster: Zostavax wird nicht mehr empfohlen, Empfehlung von Shingrix
Meldung von vermuteten Nebenwirkungen: Neuer Absatz zu "Impfschadengesetz"
Vorgehen bei versäumten Impfungen: Präzisierung und Aktualisierung nach dem aktuellen Stand des Wissens
Nachbeobachtung nach Impfungen: Aktualisierung
Impfungen für Personal des Gesundheitswesens: Neue Übersichtstabelle
Berufsgruppenspezifische Impfempfehlungen: Neues Kapitel mit Übersichtstabelle
Postexpositionelle Prophylaxe: nicht mehr in Tabellenform, sondern direkt am Ende der jeweiligen Kapitel zu den jeweiligen Erkrankungen/Impfungen
Impfungen bei Personen mit Immundefekten: Kapitel wurde detaillierter ausgeführt

Gesamter "Österreichischer Impfplan 2019" hier

Die wichtigsten Tabellen aus dem aktuellen österreichischen Impfplan 2019: