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Reisekrankheit: Beschwerdefrei zum Urlaubsort
 
Medikamente und Tipps aus der Apotheke
 
Kaum beginnt die Fahrt mit dem Auto, Bus, Schiff oder Flugzeug, leiden manche Personen mehr oder weniger stark an der sogenannten Reise- oder Seekrankheit (in der Fachsprache Kinetose genannt). Die typischen Symptome dieser Reiseübelkeit beginnen meist mit kaltem Schweiß, verstärktem Speichelfluss und Blässe - dann steigt Übelkeit auf und schließlich folgt das Erbrechen. Auch Kopfschmerz und Schwindel zählen häufig zu den Beschwerden, die während der Reise an den Urlaubsort auftreten können.
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Wodurch wird Reisekrankheit ausgelöst?
Kurvige Straßenstücke bei der Autofahrt, das schaukelnde Auf und Ab eines Schiffes, die Beschleunigung und das Abheben eines Flugzeuges – Auslöser für die sogenannte „Reisekrankheit“ sind unterschiedliche Sinnesreizungen. Sie tritt auf, wenn der Körper ungewohnten Beschleunigungen und Bewegungen ausgesetzt ist. Besonders Kinder reagieren oft sehr empfindlich. Die Übelkeit wird durch eine starke Reizung des Gleichgewichtsorganes hervorgerufen. Nausea (deutsch Übelkeit) ist eine Befindlichkeitsstörung, die mit einem „flauen“ Gefühl in der Magengegend und Brechreiz einhergeht.

Was tun bei Reisekrankheit?
Bei akuten Beschwerden helfen oft einfache Verhaltensregeln am besten. Wer sich flach auf den Rücken legt, den Kopf ruhig hält und die Augen schließt,
verhindert unerwünschte optische Reize aus der Wahrnehmung, die Übelkeit auslösen können. Ist dies nicht möglich, hilft es, möglichst ruhig sitzen zu bleiben, den Kopf nicht zu bewegen und mit den Augen einen Punkt am Horizont zu fixieren. Meiden Sie starke Gerüche und lenken Sie sich ab, zum Beispiel durch Entspannungsübungen oder leise Musik aus dem Kopfhörer. Auch spezielle Kaugummis aus der Apotheke können Übelkeit und ein flaues Magengefühl lindern.

Vorbeugen schon vor Reiseantritt
Mindestens 24 Stunden vor der geplanten Reise sollten Sie außerdem keine schweren Speisen mehr zu sich nehmen und auf Alkohol, Kaffee und Milchprodukte verzichten.
Wer anfällig für eine Kinetose ist, kann vorbeugend auch rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke einnehmen. Diese werden als Antiemetika (Mittel gegen Erbrechen) und Antivertiginosa (Mittel gegen Schwindel) bezeichnet. Sie wirken allerdings dämpfend auf bestimmte Gehirnbereiche, machen müde und sind deshalb nicht für Fahrzeuglenker geeignet. Üblicherweise erfolgt die Einnahme eine Stunde vor Reiseantritt.
Personen, die an Asthma, Epilepsie, Eklampsie, Glaukom, Prostatahypertrophie oder Herzinsuffizienz leiden, sollten aber vor der Anwendung derartiger Präparate ihren Arzt oder Apotheker bezüglich unerwünschter Wirkungen befragen. Histamin H1-Antagonisten wie Dimenhydrinat sind auch als Kaugummi erhältlich und zeigen eine gute Wirksamkeit in der Prävention der Reisekrankheit. Als pflanzliche Alternative stehen sowohl für Erwachsene als auch für Kinder über 6 Jahre gemahlene Ingwerwurzel in Kapselform zur Verfügung.
Die Apothekerin oder der Apotheker berät Sie gerne, welches Präparat (Tabletten, Tropfen oder Zäpfchen) am besten für Sie geeignet ist.
Übelkeit und Erbrechen kann aber auch andere Ursachen haben - neben der Reisekrankheit zum Beispiel auch Schwangerschaft oder ernsthafte Erkrankungen. Abhängig von der Ursache werden die Beschwerden mit unterschiedlichen Wirkstoffen behandelt. Fragen Sie daher nach in Ihrer Apotheke – hier erhalten Sie eine kompetente Erstberatung!

Wie entsteht Reisekrankheit?
Die Einhaltung einer aufrechten Körperhaltung ist ein Balanceakt, der bei gesunden Menschen völlig automatisch abläuft und keinerlei Aufmerksamkeit erfordert. Im so genannten Gleichgewichtszentrum laufen die Meldungen der Augen, dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr und vielen anderen Rezeptoren zusammen. Dadurch erkennt das Gehirn die Position des Körpers im Raum und steuert die Muskelaktivität gezielt zur Erhaltung der aufrechten Stellung.
Scheinbewegungen wie zum Beispiel ein anfahrender Zug am Nachbarbahnsteig können uns täuschen. Eine gestörte Reizverarbeitung im Gleichgewichtszentrum kann unter anderem zu Schwindel führen.
Bei der Reisekrankheit liegt immer ein Konflikt zwischen zwei oder mehreren Sinneseindrücken vor, die das Gleichgewichtszentrum irritieren. Die Schwelle, ab wann und ob diese Reize Beschwerden auslösen, ist individuell verschieden: Säuglinge sind schwindelfrei, bei Kindern zwischen 2 und 12 Jahren besteht ein Gipfel. So sind etwa 80% der Achtjährigen schwindelanfällig. Im Alter nimmt die Neigung zur Reisekrankheit ab.