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Kleine Schnitt- und Schürfwunden richtig behandeln
 
Tipps von der TV-Apothekerin Mag.pharm. Irina Schwabegger-Wager
 
Ein kleiner Schnitt oder eine Schürfwunde sind rasch passiert. Damit sich die Wunden nicht entzünden und gut heilen, müssen sie entsprechend versorgt werden. Bei Fragen zur richtigen Behandlung von kleineren Wunden stehen die Apothekerinnen und Apotheker jederzeit gerne beratend zur Seite.
Schürfwunden richtig reinigen
Eine der häufigsten Folge von Stürzen ist die Schürfwunde. Ob beim Wandern gestolpert oder mit dem Fahrrad gestürzt - eine kleine Unachtsamkeit reicht oft, und schon treffen Knie oder Handfläche schmerzhaft auf Beton und Schotter. Größere Schürfwunden müssen besonders sorgfältig gereinigt werden. Im einfachsten Fall genügt es, die Wunde mehrere Minuten lang mit kaltem Trinkwasser aus der Wasserleitung zu spülen.
Weil auch Keime in die Wunde gelangt sein könnten, sollten Sie im zweiten Schritt ein nichtalkoholisches Desinfektionsmittel aufsprühen. Einfach in der Handhabung sind Wunddesinfektionssprays auf wässriger Basis, da diese besonders hygienisch sind und weniger brennen.
Schnittwunden sind meist unkomplizierter
Kleine, nicht zu tiefe Schnittwunden müssen in der Regel nicht speziell versorgt werden. Wer sich z.B. mit einem Messer schneidet, kann nach Wundreinigung und Desinfektion ein ganz normales Pflaster aufkleben. Denn Schnittwunden haben glatte Wundränder, die sich im Normalfall schön verschließen und problemlos verheilen.

Ein Pflaster macht es wieder gut
Zum Schutz vor äußeren Einflüssen sollten größere Wunden immer abgedeckt werden. Gute Ergebnisse werden mit speziellen Schürfwundenpflastern aus der Apotheke erzielt, die eine feuchte Wundheilung unterstützen. Ein Wundschnellverband als klassisches "Heftpflaster" mit Wundauflage nimmt Blut und Wundsekret auf, verklebt aber nicht mit der Oberfläche der Wunde. Es gibt auch spezielle beschichtete Wundauflagen ermöglichen einen schnellen Verbandswechsel und stören nicht die nötige Wundruhe.
Wund- und Heilsalben (meist mit dem Wirkstoff Dexpanthenol) unterstützen die Heilung und sind auch in Kombination mit Desinfektionsmitteln erhältlich. Pflanzliche Salben, z.B. mit Ringelblume, können etwa eine narbenfreie Abheilung unterstützen. Diese sollten jedoch nicht auf frische Wunden aufgetragen werden, sondern erst wenn sich die Wundränder zu verschließen beginnen.

Woran erkenne ich eine Infektion?
Nicht alles, was gelb ist, ist Eiter - auch tote Hautzellen erscheinen gelblich. Bei einer Infektion nässt die Wunde stärker als normal, und die Wundränder sind meist deutlich gerötet. Tritt keine Besserung durch Eigenbehandlung ein, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen.

Wie man kleine Wunden richtig versorgt, erklärte Apothekerin Mag.pharm. Irina Schwabegger-Wager am 29. Mai 2019 im "Studio2" des ORF - zum Ansehen des Beitrages klicken Sie bitte einfach auf das Bild:

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