Damit die Blasenentzündung nicht chronisch wird
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 11. März 2017
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Schön langsam wird es Frühling und wir sitzen wieder gerne draußen. Gerade in der Übergangszeit sind Verkühlungen häufig und oft sind die ableitenden Harnwege betroffen. Dann wird versucht, mit Tees und Schmerztabletten die Beschwerden wegzubekommen. Oder man geht in die Apotheke und verlangt forsch ein rezeptpflichtiges Antibiotikum.

Ein leichter Blasenkatarrh wird durch eine Durchspülungstherapie mit Blasentee meist von selber wieder gut. Birkenblätter, Zinnkraut, Bärentraubenblätter, Bruchkraut oder Orthosiphonblätter wirken desinfizierend und fördern das Ausschwemmen der Keime. Der Extrakt von Preiselbeeren oder Cranberry kann als Tabletten, Saft oder Granulat eingenommen werden und verhindert das Anhaften der Erreger an der Wand von Blase und Harnleiter. Bestehende Infekte heilen so rascher ab und kommen auch nicht so schnell wieder.

Eine Blasen- oder Nierenbeckenentzündung mit Brennen, häufigem Harnlassen, krampfartigen Schmerzen oder Blut im Harn eignet sich aber nicht für eine Selbstbehandlung. Der Arzt kann mit einem Streifentest die Entzündung und die bakteriellen Auslöser feststellen und ein geeignetes Antibiotikum verordnen. Unterstützend wird wieder mit Blasentee durchgespült und Preiselbeer-Extrakt angewendet. Bei leichten, unkomplizierten Formen reicht schon eine kurze Antibiotikagabe. Unbehandelt riskiert man allerdings, dass die Entzündung chronisch wird. Das kann in weiterer Folge bei Männern zu Impotenz bzw. bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen.

Wenn Sie daher immer wieder heftige Blasenentzündungen bekommen, müssen Sie Ihre verordneten Antibiotika unbedingt lange genug einnehmen, um Spätfolgen zu verhindern. Zusätzliche schmerzstillende und krampflösende Mittel lindern die Symptome, bringen aber die Ursache nicht zum Verschwinden.