Natürliche Hilfe bei Erkältung
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 15. Oktober 2016
 

APOTHEKER-TIPP von
Dr. Gerhard Kobinger
Nach einem sommerlichen September sind wir schon mitten in der Erkältungssaison: Nach einem Temperatursturz klagen viele Menschen über rinnende Nasen, Hustenreiz, Fieber und Halsschmerzen. Sofern die Heftigkeit oder lange Dauer der Beschwerden die Erkrankten nicht ohnedies zum Arzt führt, versucht man gerne, sich selbst wieder mit Hausmitteln fit zu bekommen. Die vorbeugende Einnahme von Vitamin A, C und D, immunstärkendem Zink und der Extrakte von rotem Sonnenhut, Cistrose oder Holunder können oft eine Erkältung abfangen oder für einen leichteren, kürzeren Verlauf sorgen. Wenn es dennoch passiert, sollte man im Bett bleiben und zwei bis drei Liter fiebersenkenden Lindenblüten- oder Holundertee trinken. Steht der Husten im Vordergrund, hilft eine wohlschmeckende Teemischung aus Thymian, Süßholz, Eibisch, Malvenblüte und Königskerze. Spitzwegerich-, Eibisch- und Thymiansirup werden auch von Kindern gern genommen. Efeuextrakt als Saft, Tropfen oder Brause wirkt entkrampfend auf die Bronchien und löst zähen Schleim.
Gegen Halsschmerzen soll mit möglichst warmem Salbeitee gegurgelt werden, man kann ihn auch langsam schluckweise trinken. Bei Schnupfen schafft eine Inhalation Erleichterung: Fünf bis zehn Tropfen Eucalyptus- oder Latschenkieferöl in einen Topf mit ein bis zwei Liter heißem Wasser geben und die Dämpfe mit einem großen Handtuch über dem Kopf einatmen. Wenn die Nasenschleimhaut schon wund ist, soll mit Kamille inhaliert und eine Heilsalbe aufgetragen werden.

Inhalationen eignen sich nicht für Kinder unter sechs Jahren, da Verbrühungsgefahr besteht und Hustenattacken sowie Schleimhautreizungen ausgelöst werden können. Dafür schaffen Einreibungen mit ätherischen Ölen auf Brust und Rücken ein Gefühl der freien Nasenatmung. Mein Tipp zum Schluss: nach jedem fieberhaften Infekt körperliche Schonung für ein bis zwei Wochen.