Bestellung im Internet
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 13. Februar 2016
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
In der Theorie: Seit Juni 2015 dürfen auch österreichische Apotheken rezeptfreie Arzneimittel über Webshops versenden, wenn sie sich vorher beim Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen registriert haben. Alle legalen Versender müssen auf ihrer Homepage das EU-Sicherheitslogo führen, das beim Anklicken zur jeweiligen staatlichen Arzneimittelbehörde führt. Der Versand rezeptpflichtiger Medikamente ist weiter illegal.
In der Praxis: Medikamenten-Shops mögen zwar im Internet mit billigeren Preisen werben, eine unsichere Sache bleibt das allemal. Die meisten Umsätze im Internet werden illegal gemacht. Viele ausländische Anbieter – mit oder ohne Apotheke im Hintergrund – verkaufen munter rezeptpflichtige Medikamente, und zwar meistens Fälschungen. 90 Prozent der von den Behörden aufgegriffenen Medikamente aus dem Internet sind gefälscht. Manche Versender locken ganz legal mit einer at-Domain oder mit „Österreich“ im Namen, um zu suggerieren, dass es sich um eine österreichische Apotheke handelt. Im Impressum stellt sich dann heraus, dass die Firma in Tschechien, Holland oder sonst wo sitzt.
Der Kunde bestellt und glaubt, dass seine Arzneimittel direkt von einer heimischen Apotheke verschickt werden, nicht wissend, dass die Ware eigentlich aus dem Ausland kommt. Der beworbene Preisvorteil einzelner Medikamente wird meist von den Versandspesen oder der Mindestbestellmenge aufgefressen, sodass es günstiger gewesen wäre, in die Apotheke ums Eck zu gehen. Klüger wäre es in jedem Fall, da in der Apotheke vor Ort die Beratung durch akademisch ausgebildete Apotheker genutzt werden kann. Dort ist auch die Arzneimittelsicherheit am höchsten, weil durch eine wasserdichte Lieferkette – vom Erzeuger zum Großhandel in die Apotheke - Fälschungen keine Chance haben.