Was hilft, wenn der Hals kratzt
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 15. Dezember 2018
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Halsschmerzen sind ein häufiges Symptom bei Erkältungskrankheiten. Dabei ist zu unterscheiden: Akut einsetzendes Rachenbrennen, ins Ohr ausstrahlende Halsschmerzen mit hohem Fieber, Kopfschmerz und Lymphknotenschwellung verlangen unbedingt nach einer ärztlichen Abklärung. Da besteht der dringende Verdacht auf eine bakteriell verursachte eitrige Angina, gegen die man Antibiotika einnehmen muss. Fieberfreie, von Husten und Schnupfen begleitete leichte Halsschmerzen werden meist von Viren hervorgerufen, gegen die Antibiotika nicht wirken.

Diese viralen Infekte eignen sich für eine Selbstmedikation, falls die Beschwerden nicht schwer oder unklar sind. Je nach Vorliebe kann man mit warmem Salbeitee oder einer desinfizierenden Gurgellösung mehrmals täglich gurgeln. Zusätzlich helfen Rachensprays mit desinfizierenden oder schmerzstillenden Inhaltsstoffen, die auch für Kinder oder Schwangere geeignet sind, da die Wirkstoffe nicht aufgenommen werden. Ähnliches gilt auch für Lutschtabletten: Es gibt sie mit oberflächlich wirkenden Antibiotika, schmerzstillenden, entzündungshemmenden und desinfizierenden Inhaltsstoffen bzw. sinnvollen Kombinationen davon. Sobald ein Kind diese Medikamente nicht wie ein Zuckerl behandelt, zerbeißt oder verschluckt, ist der Einsatz auch bei Kindern möglich. Lutschtabletten gibt es mit und ohne Zucker in allen Geschmacksrichtungen von fruchtig-mild bis scharf.

Mittel, die gegen Heiserkeit gut wirken, die aber nur Mineralsalz oder befeuchtende Stoffe enthalten oder Hustenzuckerl sind gegen Halsschmerzen ungeeignet. Sehr gut desinfizierend im Nasen-Rachenraum wirken dafür die allseits bekannten, grauslich schmeckenden braunen Silber-Nasentropfen, die man im Liegen eintropft und den Rachen hinunterrinnen lässt.