Heuschnupfen
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 14. Mai 2016
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Allergie-Spezialisten sagen, die Leute von heute seien zu reinlich: Da wird zweimal täglich geduscht, Hautpflege betrieben und die Kinder werden in der Sandkiste daran gehindert, ihren selbst „gebackenen Kuchen“ zu verkosten. Laut Experten leiden darunter unsere Abwehrkräfte. Die zunehmende Hygiene führt aber auch dazu, dass unser Organismus oft ganz banale, natürliche Stoffe fälschlich als Bedrohung empfindet und sie bekämpft: Eine Allergie ist entstanden.

Wenn der Körper auf Pollen mit tränenden Augen und Niesattacken reagiert, haben wir einen Heuschnupfen vor uns, wie man ihn bei 20 Prozent der Österreicher findet. Eine ursächliche Behandlung stellt die Hyposensibilisierung dar, bei der der Körper langsam und kontrolliert an die Allergieauslöser gewöhnt wird, bis er nicht mehr dagegen rebelliert. Antiallergische Nasen- und Augentropfen wirken lokal, kommen bei einem akuten Anfall aber meist zu spät. Gut wirksam sind die neuen Antihistaminika, die das allergische Geschehen unterbinden. Sie machen nicht mehr so müde wie ältere Heuschnupfenmittel. Trotzdem sollte man sie abends vor dem Schlafengehen einnehmen, keinen Alkohol dazu trinken und beim Autofahren mit einer verlängerten Reaktionszeit rechnen. Oft folgt auf die Unterdrückung von Allergiesymptomen ein „Etagenwechsel“: Man bekommt den Heuschnupfen in den Griff, die Allergie weicht aber auf die Lunge aus und man entwickelt ein allergisches Asthma.

Das beste Mittel gegen eine Allergie ist freilich, die Allergieauslöser zu meiden, wo immer es geht: also nicht mit Heuschnupfen durch die blühende oder frisch gemähte Wiese spazieren, Pollenflugkalender beachten und zur Hauptblütezeit der betreffenden Pflanzen am besten Urlaub am Meer oder im Hochgebirge machen.