Richtig (be-)handeln bei Fieber
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 10. November 2018
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Die normale Körpertemperatur des Menschen beträgt bei Messung unter der Achsel, im Ohr bzw. unter der Zunge bis zu 37,2°C und bis zu 37,7°C bei Messung im After. Bis 38°C spricht man von erhöhter Temperatur, darüber von Fieber. Diese Werte sind morgens am niedrigsten und können abends um bis zu 1°C ansteigen. Viel trinken, etwa Linden- oder Holunderblütentee, stellt neben Bettruhe die wichtigste Gegenmaßnahme dar. Fieber kann Folge zahlreicher Erkrankungen wie Infektionen, Entzündungen, Rheuma, Tumoren sein, ist aber auch ein klassisches Symptom bei starkem Flüssigkeitsverlust oder nach Operationen.

Quecksilber-Thermometer haben ausgedient: Die digitalen Geräte enthalten kein Quecksilber, sind sicherer, genauer und billiger. Sie zeigen bereits nach einer Minute oder noch schneller die Körpertemperatur exakt an. Wichtig ist dabei die richtige Handhabung: Der Temperaturfühler muss bei der Messung unmittelbaren Hautkontakt haben, da sonst falsche Werte ermittelt werden. Daneben gibt es auch Geräte, die die Temperatur mittels Infrarotstrahl an der Stirn oder am Trommelfell messen. In Österreich verkaufte Geräte müssen dem Medizinproduktegesetz entsprechen, was an der CE-Kennzeichnung ersichtlich ist und Gewähr für Messgenauigkeit gibt.

Fieber ist ein häufiger Grund, den Apotheken-Nachtdienst in Anspruch zu nehmen. Bedenken Sie aber, dass eine bloße Fiebersenkung nicht immer sinnvoll ist und dass Fieber eine Abwehrmaßnahme des Körpers darstellt. Hohes Fieber ab etwa 38,5°C oder unklare Fieberzustände mit extremer Mattigkeit bedürfen einer ärztlichen Abklärung und eignen sich nicht für die Selbsttherapie mit Fiebersenkern wie Aspirin, Ibuprofen oder Paracetamol.