Trinken Sie genug?
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 16. Jänner 2016
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Nein, in diesem Fall geht es natürlich nicht um Alkohol. Vielmehr ist es so, dass insbesondere Frauen und ältere Menschen über den Tag verteilt oft zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, wobei 2 bis 3 Liter als Tagestrinkmenge empfohlen werden. Als ideal gelten dabei stilles Wasser sowie kohlensäurefreie, ungesüßte Fruchtsäfte oder Kräutertees. Aber auch die versteckten Flüssigkeitsmengen von Kaffee, Suppen, Obst und Gemüse können zur Tagestrinkmenge dazugerechnet werden. Bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr kommt es zu einer Reihe von unliebsamen Erscheinungen: Schleimhäute trocknen aus, die Haut wirkt fahl, neigt eher zu Unreinheiten und Faltenbildung, die Aufnahme von Nahrungsbestandteilen aus dem Darm erfolgt schlechter und langsamer, harter Stuhlgang und Verstopfung sind häufige Folgen, auch die Ausscheidungsfunktionen sind beeinträchtigt. Nur in seltenen Fällen wie bei bestimmten Herzkrankheiten wird der Arzt eine Reduktion der täglichen Trinkmenge empfehlen.

Auch im Zusammenhang mit Arzneimitteln ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig: Eingenommene Tabletten können rascher im Magen zerfallen, die Wirkstoffe werden schneller in Lösung gebracht und aus dem Verdauungstrakt aufgenommen. Dadurch wird die Verträglichkeit verbessert: Wenn man beispielsweise eine Schmerztablette nur mit einem kleinen Schluck Wasser „hinunterwürgt“, kann sie an der Speiseröhren- oder Magenschleimhaut kleben bleiben und zu Gewebeschädigungen führen. Zudem dauert es deutlich länger bis zum Beginn der Wirkung, als wenn man die Einnahme mit einem ganzen Glas – das heißt einem Viertelliter - Wasser durchführt. So lässt sich durch eine einfache Maßnahme die Verträglichkeit sowie das Wirk- und Nebenwirkungsprofil einer Medikation erheblich verbessern.