Was Sie selbst behandeln können
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 15. Februar 2020
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Wegen eines Erkältungsschnupfens, kurzfristigen Hustens oder der schon bekannten Symptome einer ärztlich diagnostizieren Allergie gehen die wenigsten zum Arzt. Man versucht vielmehr, diese Befindlichkeitsstörungen oder Bagatellerkrankungen mit Hausmitteln oder den Medikamenten seiner Hausapotheke in den Griff zu bekommen. Oder man geht in die Apotheke seines Vertrauens, um sich dort fachkundig beraten zu lassen.

Die Apothekerin, der Apotheker wird zunächst die vorliegenden Symptome erfragen. Werden die Beschwerden als besonders schwer, lang andauernd oder diffus geschildert, werden Sie wohl zu einer ärztlichen Abklärung weitergeschickt. Ansonsten werden Ihnen in der Apotheke in fachlicher Begleitung Ihrer Selbstmedikation verschiedene rezeptfreie Arzneimittel erklärt und angeboten, um die Symptome zu lindern und selbst zu behandeln. Ein Euro in Selbstmedikation investiert, erspart dem Gesundheitssystem 5 Euro. Geld, das für erforderliche ärztliche und Spitalsleistungen gebraucht wird. Die Apotheke fungiert in diesem Fall als „orientierungsgebende Erstanlaufstelle“, denn ein banaler Erkältungsschnupfen braucht keine fachärztliche Expertise oder Spitalsambulanz. Nach einem ähnlichen Ansatz funktioniert auch das nunmehr österreichweit ausgerollte Gesundheitstelefon unter der Nummer 1450. Erfahrene Sanitäter machen sich mit einem standardisierten Fragebogen ein Bild über die geschilderten Beschwerden und geben abschließend eine Empfehlung ab: Entweder man versucht es erst einmal mit Hausmitteln oder Selbstmedikation aus der Apotheke oder es gibt in der Region einen Bereitschaftsdienstarzt oder die Beschwerden klingen so ernst, dass ein Rettungswagen losgeschickt wird. Diese abgestufte Versorgung soll den Menschen Sicherheit geben und überlastete Spitalsambulanzen entlasten.