Wechsel: natürliche Hilfe
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 11. Juni 2016
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Wenn bei Frauen im Wechsel der Hormonspiegel absinkt, kommt es bei bis zu zwei Drittel der Betroffenen zu Beschwerden: Hitzewallungen und Kälteschauer, Blutungsunregelmäßigkeiten, Schwindel, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Abnahme der Knochendichte, Hautveränderungen und Stimmungslabilität sind die häufigsten Symptome. Die Einnahme von künstlichen Östrogenen kann als Hormonersatztherapie kurzfristig vom Arzt verordnet werden, ein langfristiger Östrogenersatz über Jahre ist seit längerem wegen möglicher Nebenwirkungen „out“. Unumstritten sind die Isoflavone zur Linderung der Symptome des Hormonmangels: Das sind Pflanzeninhaltsstoffe aus Rotklee oder Soja, die ohne diese Nebenwirkungen die subjektiven Wechselbeschwerden mildern können. Sie greifen an Östrogen-Bindungsstellen an, ohne weibliches Hormon zu sein. Am besten sind die Wirkungen zur Osteoporosevorbeugung und im Bereich von Herz-Kreislauf-Beschwerden erforscht: Sojaprotein und Isoflavone verbessern die Blutfettwerte, schützen das Herz und halten die Blutgefäße elastisch.

Gegen Schweißausbrüche helfen Kapseln mit Salbeiextrakt. Symptome wie Wallungen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und migräneartige Kopfschmerzen sprechen gut auf Traubensilberkerzenextrakt an. Auch dieser Pflanzenstoff, in der Apotheke erhältlich in Form von Tropfen oder Tabletten, ist kein Hormon, er kann aber über vegetative Regulation die Beschwerden lindern. Auch im Wechsel ist gegen vieles ein Kraut gewachsen!