Das hilft bei Reisedurchfall
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 8. Juli 2017
 

Apothekertipp von
Dr. Gerhard Kobinger
Kommt Ihnen das bekannt vor: Urlaub im sonnigen Süden, kühle Drinks mit Eiswürfeln, tolle Büffets mit frischen Salaten und exotischen Meeresfrüchten und am nächsten Tag die böse Überraschung: Wegen starken Durchfalls kein Strand, kein Ausflug, kein Büffet.

Durchfall ist ein Symptom, hinter dem verschiedene Ursachen stecken können: Das reicht von ungewohnt fettem Essen bis hin zu mangelnder Hygiene bei der Speisenzubereitung. Durch Beachtung der bekannten Regel „Koch es, brat es, schäl es oder vergiss es“ kann man sich Montezumas Rache oft ersparen. Im Klartext heißt das: Nur gut gegarte Speisen essen, Verzicht auf rohes Obst und Gemüse - außer man kann es schälen, kein Schleckeis, keine Eiswürfel, Wasser und alles andere Trinkbare nur aus original verschlossenen Flaschen.


Wenn Sie trotz aller Vorsicht Durchfall bekommen, gilt die wichtigste Maßnahme dem Ersatz der verlorenen Flüssigkeits- und Elektrolytmengen, da man sich sonst sehr rasch müde, schlapp und krank fühlt. Vor allem Kinder reagieren sehr stark und sollten unbedingt dazu angehalten werden, viel gezuckerte Flüssigkeit zu trinken.

Der Zucker ermöglicht erst die Aufnahme aus dem Darm ins Blut, also keine Light-Getränke verwenden. In der Apotheke erhalten Sie fertige Pulvermischungen, die Sie mit abgekochtem Wasser zu einem perfekten Elektrolytersatz auflösen können, eventuell auch schon kombiniert mit einem Durchfall-Stopper. Früher galt bei Durchfall Teepause, heute weiß man, dass man gerade in dieser verdauungstechnisch schwierigen Zeit leichte Nahrung zu sich nehmen soll.

Als geeignet gelten gekochter Reis, eine Haferflockensuppe, Nudeln ohne Fett oder Kartoffelpürree, jeweils stark gesalzen. Jedenfalls meiden sollte man Obst, Gemüse, fette Speisen, Milch oder Milchprodukte.