Wie Arzneimittel in die Apotheke kommen
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 11. April 2020
 

APOTHEKER-TIPP von
Dr. Gerhard Kobinger
Gerade in Krisenzeiten wie jetzt ist die Logistik für Apotheken von großer Bedeutung, um jedem Kunden möglichst sofort ein benötigtes Arzneimittel zur Verfügung stellen zu können.

Die österreichische Durchschnittsapotheke hat 5000 verschiedene Arzneimittel und sonstige Artikel in 20.000 Packungen auf Lager, was einem Warenwert von 140.000 bis 200.000 Euro entspricht, der von der Apotheke vorfinanziert wird. Laut Statistik können wir weit über 98 Prozent der Kundenwünsche und ärztlichen Verschreibungen sofort erfüllen. Dank des Pharmagroßhandels, der die Apotheken im Schnitt zwei- bis viermal täglich beliefert und etwa 50.000 verschiedene Artikel lagernd hat, ist aber fast jedes Produkt binnen weniger Stunden verfügbar. Dabei erfolgt der Transport unter gesetzlich geregelten und dokumentierten Bedingungen, besonders was die Temperatur betrifft.

Wenn ein Artikel aber vom Hersteller aus nicht lieferbar ist, hilft leider auch die tollste Logistik nichts. Zudem gilt für einige Medikamente ein „kontrollierter Vertriebsweg“: Diese sind nicht über den Großhandel erhältlich, sondern werden vom Erzeuger mit Botendienst direkt an die Apotheken zugestellt, was dann naturgemäß länger dauert.

Als vor knapp einem Monat die Regierung die bekannten Bewegungseinschränkungen verkündete, setzte ein ungeahnter Ansturm auf unsere Apotheken ein. Tagelang wurde in Apotheken und Großhandel bis zum Anschlag gearbeitet, Nacht- und Wochenendschichten inklusive. Dank der perfekten und engagierten Zusammenarbeit der Apothekenteams und unserer Großhandelsfirmen war die Arzneimittelversorgung aber jederzeit gesichert. Dafür sage ich heute ein herzliches Dankeschön! Wir sind da. Wir bleiben da.