In ihrer Eröffnungsrede ging Apothekerkammer-Präsidentin Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr auf aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen und die langwierige Regierungsbildung ein. Sie bedauerte, dass der neuen Regierungskoalition etwas der Mut gefehlt habe, um im Regierungsprogramm große strukturelle Veränderungen im Gesundheitssystem zu verankern. Gerade im Bereich der Prävention und Patientenstromlenkung hatte die Apothekerkammer zukunftsweisende Vorschläge unterbreitet. Gleichzeitig verspüre sie bei vielen Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik durchaus den Willen, die Apotheken als niederschwellige Gesundheitsnahversorger in neue Versorgungsmodelle maßgeblich einzubinden und bat noch um etwas Geduld. Das politische System sei im Gegensatz zu den Apotheken träge und nur, weil etwas nicht im Regierungsprogramm steht, müsse es nicht bedeuten, dass es nicht umgesetzt werde. Als sehr positive Entwicklung sprach die Apothekerkammer-Präsidentin die Point-of-Care-Testungen in Apotheken an, die durch die jüngste Apothekengesetznovelle ermöglicht wurden. In diesem Bereich wurden von der Apothekerkammer im zurückliegenden Jahr in zahlreichen Bundesländern gut angenommene Testaktionen zu wichtigen Gesundheitsparametern (z.B. HbA1c und Lipidprofil) organisiert, um die neue Dienstleistung unter den Apotheken-Kund:innen bekannter zu machen.
Das Kongressthema Rheuma hat eine hohe Praxisrelevanz und gehört in den österreichischen Apotheken zum Beratungsalltag, denn knapp ein Viertel der Bevölkerung leidet an rheumatischen Beschwerden. Unter dem Oberbegriff Rheuma werden rund 400 verschiedene Krankheiten des Bewegungs- und Stützapparates zusammengefasst, die häufig mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden sind. Der gesamte Bewegungsapparat, aber auch innere Organe oder der ganze Körper können betroffen sein. Dementsprechend breit gefächert war auch das Spektrum der Fachvorträge von renommierten Expert:innen aus Pharmazie und Medizin. Im Mittelpunkt standen aktuelle therapeutische Ansätze zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen, neue medikamentöse Therapieoptionen sowie die wichtige Rolle der Apothekerschaft in der interdisziplinären Betreuung von Betroffenen.
Neben den wissenschaftlichen Programmpunkten bot die Fortbildungsveranstaltung auch reichlich Gelegenheit zum kollegialen Austausch. Die Apothekerkammer war wie gewohnt mit einem eigenen Stand vertreten, an dem Mitglieder Fragen stellen, Anliegen äußern und sich für den nächsten Ringversuch des Apothekerlabors (Anmeldeschluss: 31.03.2025) anmelden konnten. Zudem wurden die Besucher:innen dort mit erstklassigem Barista-Kaffee versorgt.
In den Programmpausen informierten sich die Apotheker:innen in der umfangreichen Fachausstellung über die neusten Entwicklungen in apothekenassoziierten Branchen. Die Hersteller und Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, Medizinprodukten, Kosmetika, Apothekenbau, Apotheken-Software und Point-of-Care-Diagnostik präsentierten dort ihre neusten Produkte und Dienstleistungen.
Da der diesjährige APOkongress in Schladming bereits mehrere Wochen vor Veranstaltungsbeginn ausgebucht war, wird für die Ausgabe im nächsten Jahr (8. bis 11. März 2026) eine frühzeitige Anmeldung (ab Mitte November über den Fortbildungskalender) empfohlen. Zudem profitiert man dann vom Frühbucherbonus. Der nächste APOkongress in diesem Jahr findet in Pörtschach am Wörthersee zum Thema „Anti-Aging und Longevity“ statt (13. bis 15. Juni 2025). Die Anmeldung hierfür wird in Kürze über den Fortbildungskalender möglich sein.