Jeden Tag filtern unsere Nieren etwa 1500 bis 1800 Liter Blut, um schädliche Stoffwechselabfälle wie Harnstoff, Kreatinin und Harnsäure auszuscheiden. Dabei produzieren sie durchschnittlich 1,5 Liter Urin, der überschüssige Flüssigkeit und Giftstoffe aus dem Körper entfernt. Den Wasser- und Elektrolythaushalt regulieren sie, indem sie den Gehalt an Natrium, Kalium, Kalzium und Phosphat steuern. Diese Elektrolyte sind wichtig für die Nerven- und Muskelfunktion.
Neben der Filterfunktion spielen die Nieren eine zentrale Rolle bei der Blutdruckregulation. Sie schütten das Hormon Renin aus, wenn der Blutdruck zu niedrig ist, und tragen so dazu bei, den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht zu halten. Auch der Säure-Basen-Haushalt wird durch die Nieren kontrolliert, indem sie überschüssige Säuren oder Basen über den Urin ausscheiden und den Blut-pH-Wert konstant zwischen 7,35 und 7,45 halten.
Die Nieren sind paarige, bohnenförmige Organe, die seitlich der Wirbelsäule auf Höhe der Brust- und Lendenwirbel liegen. Sie sind jeweils etwa 10 bis 12 cm lang, 5 bis 6 cm breit und 3 bis 4 cm dick. Das Gewicht beträgt pro Niere etwa 120 bis 160 g. Die rechte Niere liegt aufgrund der Leber etwas tiefer als die linke.
Die äußere Hülle der Niere bildet die Nierenkapsel, eine dünne, aber feste Bindegewebsschicht. Unterhalb der Kapsel befindet sich die Nierenrinde, die zahlreiche Glomeruli enthält – die funktionellen Einheiten zur Filtration des Blutes. Das Nierenmark liegt tiefer im Organ und besteht aus 8 bis 12 Markpyramiden, die für den Abfluss des gefilterten Harns sorgen.
Die Spitzen der Markpyramiden münden in die Nierenkelche, die den Harn sammeln und in das Nierenbecken weiterleiten. Von dort gelangt der Harn über den Harnleiter in die Blase.
Auch an der Produktion wichtiger Hormone sind die Nieren beteiligt. Sie bilden Erythropoetin (EPO), ein Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark stimuliert und somit die Sauerstoffversorgung des Körpers sicherstellt. Gleichzeitig aktivieren sie Vitamin D, das für die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung und damit für gesunde Knochen unerlässlich ist. Ein weiterer wichtiger Beitrag der Nieren ist der Abbau von Bilirubin, das beim Zerfall alter roter Blutkörperchen entsteht.
Der Umstand, dass wir zwei Nieren haben, ist vermutlich ein evolutionärer Sicherheitsmechanismus. Eine Niere allein reicht für die Entgiftung und Regulierung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts zwar aus, aber zwei Nieren verbessern die Filtrationskapazität, ermöglichen eine bessere Anpassung an Belastungen und bieten eine Redundanz, falls eine Niere ausfällt oder geschädigt wird. Eine Beeinträchtigung der (gesamten) Nierenfunktion kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, die von Bluthochdruck über Knochenprobleme bis hin zu lebensbedrohlichen Vergiftungen reichen.
Eine pflanzenbasierte, salzarme Ernährung schützt die Nieren, da sie den Blutdruck stabilisiert und die Belastung durch tierische Proteine reduziert. Zu viel Salz kann den Blutdruck erhöhen und die Nieren zusätzlich belasten, was das Risiko für chronische Nierenerkrankungen steigert. Pflanzliche Lebensmittel enthalten zudem weniger gesättigte Fette und mehr Antioxidantien, die Entzündungen vorbeugen und die Nierenfunktion unterstützen. Darüber hinaus fördert eine ballaststoffreiche Ernährung eine gesunde Darmflora, was wiederum den Stoffwechsel von schädlichen Stoffen verbessert. Der Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel mit hohem Natriumgehalt (z.B. verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren, Knabbergebäck, Käse, Fertiggerichte, Saucen oder Snacks) kann langfristig Nierenschäden verhindern.
Bluthochdruck und Diabetes sind die häufigsten Ursachen für chronische Nierenerkrankungen, da sie die feinen Blutgefäße in den Nieren schädigen können. Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker führt zu einer verstärkten Belastung der Nierenfilter, was langfristig eine diabetische Nephropathie verursachen kann. Auch hoher Blutdruck kann die empfindlichen Gefäße in den Nieren schädigen, sodass sie ihre Filterfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Durch regelmäßige Messungen und Kontrollen lassen sich Probleme frühzeitig erkennen und durch entsprechende Maßnahmen entgegenwirken. Eine gute Blutzucker- und Blutdruckkontrolle trägt somit erheblich zur Erhaltung der Nierenfunktion bei. Wie man Blutdruck und Blutzucker richtig misst, zeigt man Ihnen gerne in der Apotheke vor Ort.
Übergewicht stellt eine zusätzliche Belastung für die Nieren dar, da es häufig mit Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen einhergeht. Eine übermäßige Kalorienzufuhr fördert die Entstehung von Insulinresistenz, wodurch die Nieren mehr Glukose filtern müssen, was langfristig zu Schäden führt. Zudem führt Übergewicht zu einer erhöhten Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen, die die Nieren zusätzlich belasten. Eine gesunde Gewichtsreduktion durch eine ausgewogene Ernährung (siehe Punkt 1) und regelmäßige Bewegung kann das Risiko für Nierenerkrankungen erheblich senken. Bereits eine moderate Gewichtsabnahme kann sich positiv auf den Blutdruck, den Blutzuckerspiegel und die Nierenfunktion auswirken.
Rauchen schädigt die Blutgefäße im gesamten Körper, einschließlich der empfindlichen Kapillaren in den Nieren. Schädliche Inhaltsstoffe von Zigaretten fördern die Verkalkung der Gefäße, was die Nierendurchblutung verringert und langfristig die Funktion der Organe beeinträchtigt. Zudem steigert Rauchen das Risiko für Bluthochdruck und Diabetes, die beide Hauptrisikofaktoren für chronische Nierenerkrankungen sind. Auch das Fortschreiten bestehender Nierenprobleme wird durch Rauchen beschleunigt. Ein Rauchstopp kann daher maßgeblich zur Erhaltung der Nierengesundheit beitragen und gleichzeitig das Risiko für zahlreiche andere Erkrankungen senken. In der Apotheke vor Ort unterstützt man Sie kompetent bei der Raucherentwöhnung.
Manche Medikamente, insbesondere Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika (z.B. Ibuprofen oder Diclofenac), können die Nieren belasten, wenn sie über einen längeren Zeitraum oder in hohen Dosen eingenommen werden. Diese Medikamente können die Durchblutung der Nieren verringern und so deren Funktion einschränken. Auch bestimmte Antibiotika oder Kontrastmittel, die bei medizinischen Untersuchungen eingesetzt werden, können potenziell nierenschädigend sein. Menschen mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion sollten daher die Einnahme von Medikamenten mit ihrem Arzt abstimmen und sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen. Eine bewusste Medikamentenauswahl hilft, unnötige Belastungen der Nieren zu vermeiden und deren Gesundheit langfristig zu schützen.
Ausreichend Wasser zu trinken ist wichtig für die Nieren, da es die Ausscheidung von Abfallstoffen und Giftstoffen über den Urin erleichtert. Eine hohe Flüssigkeitszufuhr verdünnt den Urin, was das Risiko für Nierensteine und Harnwegsinfektionen senkt. Zudem unterstützt Wasser die Durchblutung der Nieren, wodurch ihre Funktion optimal erhalten bleibt. Chronische Dehydration kann die Nieren belasten und langfristig zu Schäden oder sogar Nierenversagen führen. Daher wird empfohlen, täglich etwa 1,5 bis 2,5 Liter Wasser zu trinken, abhängig von individuellen Faktoren wie Körpergewicht (empfohlen werden ca. 35 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht bei Erwachsenen) und Aktivitätslevel.